Veröffentlicht am · Hygiene Meister
„Was kostet das pro Quadratmeter?“ ist meist die erste Frage, wenn es um eine Gebäudereinigung geht. Die ehrliche Antwort: Ein Quadratmeterpreis allein sagt wenig. Zwei Büros mit derselben Fläche können völlig unterschiedlichen Aufwand verursachen – je nachdem, wie sie genutzt werden, wie oft gereinigt wird und was genau gereinigt werden soll.
Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Faktoren, die den Preis einer Gebäudereinigung bestimmen, und zeigt, wie Sie Angebote so vergleichen, dass es später keine bösen Überraschungen gibt.
Warum es keinen Einheitspreis gibt
Reinigung ist Handarbeit. Maschinen helfen, aber Staubwischen, Sanitärreinigung oder das Leeren von Papierkörben erledigen Menschen. Deshalb bestimmt vor allem die benötigte Arbeitszeit den Preis. Ein Reinigungsbetrieb kalkuliert, wie lange sein Personal für die vereinbarten Arbeiten in Ihrem Objekt braucht, und rechnet Material, Anfahrt, Geräte, Versicherung und Verwaltung hinzu.
Pauschale Quadratmeterpreise aus dem Internet können diese Rechnung nicht abbilden. Sie wissen nicht, ob Ihr Objekt ein offenes Großraumbüro mit glattem Boden ist oder eine verwinkelte Altbauetage mit vielen kleinen Räumen, Teppich und Stuckleisten. Seriöse Angebote entstehen deshalb nach einer Besichtigung oder zumindest auf Grundlage einer genauen Beschreibung.
Die Fläche ist der Ausgangspunkt, aber nicht der einzige Maßstab. Entscheidend ist, welche Räume sich dahinter verbergen. Sanitärräume und Teeküchen brauchen pro Quadratmeter mehr Zeit als ein Flur oder ein Lagerraum. Auch die Ausstattung zählt: Viele Möbel, Ablagen und Kabel verlangsamen Staubwischen und Saugen, große freie Flächen lassen sich dagegen effizient maschinell reinigen. Diese Punkte beeinflussen den Aufwand:
- Raumarten: Büro, Sanitär, Küche, Lager, Verkaufsfläche, Treppenhaus
- Bodenbeläge: Teppich, Linoleum, Fliesen, Naturstein oder Parkett
- Möblierung und Ausstattung, Anzahl der Arbeitsplätze
- Glasflächen, gläserne Trennwände und Türen
- Nutzung: Anzahl der Personen, Publikumsverkehr, Schichtbetrieb
- Art der Verschmutzung: Bürostaub, Straßenschmutz, Werkstatt oder Lebensmittel
Intervall, Reinigungszeiten und Zugänglichkeit
Wie oft gereinigt wird, ist ein wichtiger Hebel. Häufigere Einsätze bedeuten mehr Anfahrten und mehr Stunden im Monat, dafür ist pro Einsatz weniger Schmutz zu bewältigen. Sinnvoll ist ein Intervall je Raumart: Sanitär und Eingang häufiger, Besprechungs- oder Archivräume seltener. So zahlen Sie nicht für Arbeit, die gar nicht nötig ist.
Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle. Viele Gewerbekunden wünschen eine Reinigung früh am Morgen, abends oder am Wochenende, damit der Betrieb ungestört läuft. Arbeit zu diesen Zeiten kann teurer sein, etwa wegen Zuschlägen für das Personal. Fragen Sie im Angebot gezielt nach, ob und welche Zuschläge anfallen.
Schließlich die Zugänglichkeit: Gibt es einen Aufzug, wo kann das Team parken, wie wird der Schlüssel übergeben? In der Berliner Innenstadt kann schon die Parkplatzsuche Zeit kosten. Bei Glas- und Fassadenflächen entscheidet die Höhe, ob Leiter und Teleskopstange reichen oder eine Arbeitsbühne nötig ist – das wirkt sich spürbar auf den Preis aus.
Ein Sonderfall ist der Einstieg: Wurde ein Objekt längere Zeit nicht professionell gereinigt, ist vor dem Start einer regelmäßigen Reinigung oft eine Grundreinigung sinnvoll. Sie wird einmalig berechnet und erleichtert danach die laufende Pflege.
Lohnkosten: Was der Branchenmindestlohn bedeutet
Für gewerbliche Beschäftigte in der Gebäudereinigung gilt ein eigener, bundesweit verbindlicher Branchenmindestlohn, der über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro liegt. Nach der Zehnten Gebäudereinigungsarbeitsbedingungenverordnung beträgt er seit dem 1. Januar 2026 in Lohngruppe 1 (Innen- und Unterhaltsreinigung) 15,00 Euro und in Lohngruppe 6 (Glas- und Fassadenreinigung) 18,40 Euro pro Stunde. Die Verordnung gilt bis zum 31. Dezember 2026 (Stand: Oktober 2026).
Wichtig für Ihre Einordnung: Der Mindestlohn ist nicht der Preis, den Sie bezahlen. Zum Stundenlohn kommen die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Einarbeitung, Fahrzeiten, Reinigungsmittel, Maschinen, Versicherungen und die Verwaltung des Betriebs. Ein Angebot, das rechnerisch kaum über dem reinen Stundenlohn liegt, sollte Sie deshalb stutzig machen. Entweder ist der Zeitansatz unrealistisch knapp, oder an anderer Stelle wird gespart.
Weil Glas- und Fassadenreinigung einer höheren Lohngruppe zugeordnet ist als die Unterhaltsreinigung, ist es sinnvoll, beide Leistungen im Angebot getrennt auszuweisen.
Das Leistungsverzeichnis: Herzstück jedes Angebots
Ob ein Preis fair ist, lässt sich nur beurteilen, wenn klar ist, was dafür geleistet wird. Diese Aufgabe übernimmt das Leistungsverzeichnis, auch Leistungsbeschreibung genannt. Es listet Raum für Raum auf, welche Arbeiten in welchem Intervall erledigt werden. Ein gutes Leistungsverzeichnis enthält:
- eine Raumliste mit Flächen und Raumarten
- die Tätigkeiten je Raumart, zum Beispiel Böden feucht wischen, Papierkörbe leeren, Sanitärobjekte reinigen
- das Intervall je Tätigkeit, etwa täglich, wöchentlich oder monatlich
- Reinigungszeiten und Zugangsregelung
- Angaben zu Verbrauchsmaterial wie Seife, Papierhandtüchern und Müllbeuteln: Wer stellt es, wer füllt nach?
- Regelungen zu Qualitätskontrollen, Ansprechpartnern und Vertretung bei Urlaub oder Krankheit
- Laufzeit, Kündigungsfristen und Preisanpassungen
Angebote richtig vergleichen: Ihre Checkliste
Holen Sie mehrere Angebote ein, aber auf derselben Grundlage. Am einfachsten geben Sie allen Anbietern dieselbe Raumliste und dieselben Anforderungen an die Hand. Je genauer die Vorgaben, desto seltener gibt es später Diskussionen darüber, ob etwas „eigentlich dazugehört“. Achten Sie dann auf folgende Punkte:
- Hat sich der Anbieter das Objekt angesehen oder nur nach Fläche geschätzt?
- Sind alle gewünschten Leistungen und Intervalle enthalten?
- Ist der Preis netto oder brutto angegeben, pro Einsatz oder pro Monat?
- Welche Zuschläge sind möglich, etwa für Wochenend- oder Sondereinsätze?
- Ist Verbrauchsmaterial enthalten oder wird es extra berechnet?
- Gibt es einen festen Ansprechpartner und eine Vertretungsregelung?
- Ist der Betrieb haftpflichtversichert?
- Wie lang sind Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist?
Ihr Angebot von Hygiene Meister
Bei Hygiene Meister beginnt jedes Angebot mit einem Gespräch und, wo nötig, einer Besichtigung vor Ort in Berlin oder im Brandenburger Umland. Sie erhalten ein kostenloses, unverbindliches Angebot mit detaillierter Leistungsbeschreibung, ohne versteckte Kosten. Ein fester Ansprechpartner betreut Ihr Objekt, unser Personal ist geschult, und wir sind über eine Betriebshaftpflicht versichert.





